Ein kleiner Trip nach Mohei

Vor einigen Tagen bat uns unser Dekan vom Foreign Affairs Appartement in sein Büro zu einem Gespräch – unser erster Gedanke: Ach du scheisse, was haben wir denn jetzt falsch gemacht. Aber im Gegenteil, er erzählte uns von einer Schule in einem Dorf Namens Mohei, der Direktor dieser Schule hat uns zum unterrichten eingeladen. Da kann unser großes Lehrer und Reise Herz doch gar nicht anders als begeistert ja sagen! Letzten Sonntag Nachmittag haben wir uns also auf den Weg gemacht, ca 2 Stunden fährt man durch majestätische, riesige, grüne, endlose Berge, allein für die Autofahrt durch diese unvorstellbare Landschaft lohnt es sich dort hin zu fahren! 

Das Dorf besteht aus 10.000 Menschen, wovon aber nur viel viel weniger wirklich im Ort selber wohnen. Man kann innerhalb von 5 min Fußmarsch durch den Hauptteil durchlaufen, und mal eben schnell mit dem Auto von der einen Seite zur anderes hüpfen… Es ist wirklich genau so wie man sich ein altes kleines Chinesisches Dörfchen vorstellt: Die Straßen Gebäude sind ein oder zwei stöckig, vieles ist aus Holz und mit diesen typischen chinesischen Dächern, viele kleine Kanten und Ecken und tausende Spinnen weben (auch wenn die vielleicht nicht so typisch sind, gehören die schon irgendwie dazu). 

Im Dorf gibt es nur eine Grundschule und eine Mittelschule (davon gibt es in Pu’er sogar 6 Stück), von dieser wurden wir eingeladen zum Unterrichten. Wie stellt man sich solch eine Dorf Schule vor? Insgesamt gibt es 351 Schüler, 7,8,9 Klasse, in einer Klasse sind 25-35 Schüler und keiner trägt eine Schuluniform. Im Vergleich Pu’er: Eine Schule besteht aus ca. 2000 Schülern, eine Klasse hat 80 Schüler und alle tragen eine Uniform! 

Die Lehrer in dieser Schule sind unglaublich liebevoll, die Art und Weise, wie sie mit den Schülern umgehen ähnelt eher der Beziehung eines liebevollen Erziehers als die eines distanzierten Lehrers. Dort ist Lehrer sein kein Beruf, sondern ein Leben. Privatsphäre, bzw. alleine sein hat man da höchstens bei sich zu Hause auf dem Klo… 

Auch zu uns waren die Lehrer super süß, und wir waren sofort in die Clique integriert… Nach einem großen Abendessen, und einer kurzen Pause in der Schule durften wir dann mal eben so, spontan jeder 2 Stunden unterrichten. Das ist wirklich etwas ganz anderes als Englisch Studenten zu unterrichten, ich glaub ich beschwere mich nie wieder über das Niveau unserer Studenten.

Nachts sind wir dann nochmal mit allen Englisch Lehrerinnen und dem Englischlehrer essen gegangen (shaokao). Wie viel man noch essen kann wenn man eigentlich schon satt ist, ist echt faszinierend! Ich glaub am besten fand ich die leicht angekochten oder frischen (ich bin mir nicht sicher) Tomaten, die man in Zucker tunkt. Das klingt vielleicht echt komisch, aber es schmeckt verdammt gut! @meinen Bruder: Das ganze funktioniert ausserdem auch super mit Gurken! 

Irgendwann durften wir dann in unserem Hotelzimmer (das ziemlich edel war) in die Betten fallen, und waren alle froh über Ruhe, gemütliche Betten und Schlaf! 

Für den nächsten Tag – Montag – wurde extra ein Stundenplan angefertigt. Für jeden gab es 4x 40 min Unterricht zu unterrichten, verteilt von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Selbstverständlich gab es eine große Nudelsuppe zum Frühstück und ein riesigen Mittagessen! 

Ich habe gemerkt das ich mit jeder Unterrichtsstunde sicherer und bestimmter geworden bin, und mein spaß am Unterrichten gewachsen ist! Es ist total schön zu sehen, mit wie kleinen Sachen man 30 Teenager mal eben schnell zum lernen, spaß haben und lachen bringen kann! Sascha, Nele und ich haben jeder Klasse “Head-Shoulders-Knees-and-Toes” beigebracht und noch vieles mehr… Nach dem Unterricht hatten wir dann die Chance mit allen Schülern aus der 9. Stufe (ca 100) auf dem Schulhof Spiele zu spielen. Als erstes haben wir dann (Lernerfolgüberprüfung – oder doch einfach nur spaß) mit allen gemeinsam “Head-Shoulders-Knees-and-Toes” gesungen und getanzt! Das war echt unglaublich zu erleben! Anschliessend haben wir so etwas wie Brückenticken (eine Art von Fangen spielen, für die unwissenden wie mich) gespielt, und ihnen Plumssack beigebracht! Danach waren die Schüler vollkommen begeistert, und wollten natürlich noch tausend Bilder haben, während wir nur vollkommen fertig waren – so viel Sport hatte ich schon lang nicht mehr, die Lehrer waren alle einfach nur total begeistert! 

Ratet mal was wir dann gemacht haben? Genau wir sind Essen gegangen…. ist ja nicht so als wäre ich nicht schon satt! Und jetzt ratet noch, was sie uns mit nach Hause gegeben haben? Ja genau: Essen, von dem wir 3 Tage später immer noch essen. 

Die Gastfreundschaft von Chinesen generell und besonders die derer die in abgelegeneren Orten wohnen ist wirklich gigantisch. Vielleicht können wir deutschen uns da mal eine Scheibe abschneiden. 

Insgesamt bin ich einfach nur begeistert von, der Landschaft, den Menschen, der Schule, den Lehrern, den kleinen Klassen, dem Essen, der Mentalität und dem ganzen Dorf Mohei. Ich bin sicher, wenn wir Zeit haben werden wir dort sicherlich noch einmal vorbei schauen! 

One thought on “Ein kleiner Trip nach Mohei

  1. Hallo,
    entschuldige dass wir so lange gebraucht haben um den Blog zu lesen :-(. Heute morgen war das erste gemeinsame Frühstück wieder für uns, weil hier Ferien sind und es ist eine schöne Sache wenn Thomas vorliest. Wir zuhören ihm dann zu und man hört nur das knispern der Krümel im Mund :-).
    Vielen lieben Dank für deine wunderschöne Beschreibung einer anderen Schule in China. Es ist schon erstaunlich wie ähnlich die Klasse aussieht wie eine Deutsche. Es gibt ja sogar T-Shirts vom Feind ;-)) (Apple). Die Mädels fanden diese Klasse sympathischer als Klassen in Schuluniform, weil sie Ihrer Meinung nach fröhlicher sind.
    Was uns bei den Bildern aufgefallen ist, es gibt ja sogar Chinesen die größer sind als du, oder sieht das nur so aus weil sie hohe Schuhe anhaben :-).
    Was ist eigentlich mit eurem Kühlschrank? Sonst lohnt es sich ja gar nicht so viele Reste mitzunehmen.
    So eine Autofahrt durch das Hinterland von China ist bestimmt super interessant, vor allem bestimmt die Strassenbeschaffenheit ist auch sehr spannend. Wie viele Beulen hast du am Kopf, weil du dir an der Decke vom Auto den Kopf gestoßen hast, weil ihr durch ein Schlagloch gefahren seid?
    Die Zwillinge gehen gleich auch auf große Fahrt. Sie fahren alleine mit dem Zug nach Hannover zu meiner Schwester und sind sehr aufgeregt. Früh übt sich wer alleine in die Welt hinaus will ;-).
    Wir wünschen dir noch eine schönen Tag und ein schönes Wochenende, wir vermissen Dich und drücken Dich ganz fest Laura, Julia, Thomas und Michaela

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