Einmal durch Yunnan

Ich habe die Zeit des Februars mit Reisen (Nele und Sascha an meiner Seite) verbracht. Unsere Reise begann kurz nach bzw. während des Frühlingsfests mit viel Essen und einer abenteuerlichen Wanderung durch Zhenyuan’s Wälder. Nachdem wir ein paar Tage im Dorf eines befreundeten Lehrers verbracht haben und die restlichen Tage des Frühlingsfestes dort ausklingen liessen, machen wir uns auf den Weg nach Dali.

Müde von den holperigen Straßen landen wir in unserem Hostel, und haben wohl unseren ersten bewussten momentanen Kulturschock! So viele Ausländer, so viel Englisch, so viel westliches Essen haben wir seit einer Ewigkeit nicht mehr erlebt. Zum Glück haben wir jedoch am nächsten Morgen unsere gewohnte Nudelsuppe an einem Straßenladen bestellen können.

Dali’s Innenstadt ist eine sehr belebter und hübscher Ort, jedoch sehr touristisch geprägt. Ich frage mich wie ausgestorben all diese Orte sind, wenn gerade nicht Touristenzeit ist – oder reisen Chinesen das ganze Jahr lang – oder kommen so viele Ausländer dahin?

Obwohl es doch vor Ausländern zu wimmeln scheint kommt man nicht um das ein oder andere “Can I take a picture with you?” herum. In Dali gibt es die drei sehr bekannten Pagoden, die wir selbstverständlich liebevoll fotografieren und bestaunen, aber auch die Tempel die über und unter den Pagoden liegen sind mehr als bewundernswert. Während unserer Wanderung auf einen schnuckeligen Berg hinauf, besteigen wir nicht nur ca. 3000 Stufen, sondern legen auch 24km hinter uns, es gibt kaum eine schönere Art und Weise die atemberaubende Natur dort wahrzunehmen. Nicht nur die Berge sondern auch das Wasser lockt uns, und wir sind überaus glücklich, endlich wieder auf einem Boot stehen zu dürfen. Angekommen an einer kleinen Insel mitten auf dem Ohr See, laufen wir dort durch die kleinen Gassen und geniessen getrockneten Fisch. 

Nach ein paar Tagen und vielen alten und neuen Bekanntschaften reisen wir weiter nach Lijiang. Dort wohnen wir in einem schnuckeligem kleinen Hostel, dass einen fast an eine Ferienwohnung mit liebevollster Einrichtung und herzzerreissenden Hunden erinnert. Lijiang’s Altstadt hat mich nicht so begeistert, zum einen muss man sehr viel Eintritt zahlen um herein zu kommen und um die einzelnen Sehenswürdigkeiten zu sehen, muss man wieder zahlen. Eine halbe Stunde mit dem Bus entfernt gibt es jedoch eine weitere Altstadt in einem kleinen Dorf, diese ist sehr liebevoll und traditionell gestaltet. Dort hat man ab und an noch den Eindruck, dass nicht alles rein auf Tourismus ausgelegt ist.

 

Von Lijiang aus wandern wir durch die Tigersprungschlucht, wieder einmal lernen wir viele Ausländer kennen und sind von ihrem Verhalten fast überfordert. Aber auch die Wanderung an sich war herausfordernd, 2 Tage lang sind wir die Schlucht entlang gewandert/gestiegen, und haben es am Ende sogar bis unten an den Fluss geschafft. Die Wassermassen in so einem schönen Türkis Grün sind wirklich faszinierend.

In Shangri-la, unsere nächste Station, merkt man die dünne Luft schon deutlich. Wir sind überaus begeistert von Buttertee, nicht nur weil er einen von Höhenkranktheiten schützen soll, sondern auch weil er einen unglaublich satt macht und lecker ist. Wir waren nicht nur bei der größten Gebetsmühle, bei einem Hühnchen Berg auf dem ein Tempel steht sondern auch in der Songzanlin Monastry. Es ist eine riesige Anlage mit unglaublich vielen Gebetshäusern und Tempeln.

 

Unsere letzte Station über öffentliche Verkehrsmittel ist der Feilai Tempel in der Nähe von Deqen. Dort versuchen wir den Sonnenaufgang über dem Meilixueshan zu begutachten, dieser ist jedoch von Schnee und Wolken etwas versteckt.

Wie auch immer, von dort machen wir uns auf eine Wandertour in ein weiteres winziges Dorf. Irgendwie haben wir es geschafft in einer chinesischen Reisegruppe zu landen und geniessen unsere letzten Tage mit chinesischer Begleitung.
Besonders faszinierend fandich die Wanderung zu dem Eissee, der einige km von diesem Dorf entfernt liegt. Nele und ich waren den Rest unserer Gruppe ein ziemliches Stück voraus bis uns plötzlich auffällt wie still es eigentlich ist. Wenn man stehen bleibt und nicht gerade ausser Atem ist, weil die Luft so dünn ist, hört man nicht, also wirklich nichts mehr. Die leichte Schnee Decke auf dem Boden und die riesigen Berge um einen herum haben alles was es zu hören hätte geben können vollkommen verschluckt. Fast eine Schande weiter zu laufen und die magische Stille zu zerstören.    

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