Ein Abenteuer für sich

Wie gestern schon beschrieben hat sich Samstag Abend eine von uns den Fuß umgeknickt, nun wird hier das Abenteuer Krankenhausbesuch beschrieben:

Morgens, viel zu früh klingelt mein Wecker, mit nur 4 Stunden Schlaf und einem Glas Tee mache ich mich auf den Weg um Cheyenne abzuholen um ins Krankenhaus zu fahren. Zum Glück kommt ihr Linkedteacher und eine andere Englischlehrerin mit….

In einem Krankenhaus funktioniert das so:

Man kommt rein und bekommt ein grünes Heftchen, dieses zahlt man dann erstmal…
Daraufhin wartet man auf einen Arzt – das geht sogar verdammt schnell, die haben sich entschuldigt weil wir 10 minuten warten musste…. Der Arzt hat sich den Fuß dann paar Sekunden angeguckt und uns dann zum Röntgen geschickt.
Dort haben wir dann nocheinmal gewartet, der Fuß wurde geröngt und Ergebnis: Da ist nix….
Daraufhin durften wir wieder gehen… Man muss dazu sagen, dass Cheyenne verdammt schmerzen hatte und überhaupt nicht auftreten konnte…

Nachdem wir dann zum Essen eingeladen wurden, und unteranderem ziemlich leckere Kartoffelpuffer gegessen haben sind wir dann zu einem Traditionell Chinesischem Krankenhaus gefahren.

Das ganze funktionierte dann so:

Man kommt in einen kleinen Shop in irgendeiner Straße, in dem Tausende Kräuter in Beuteln gestapelt sind, ausserdem saß auf einer Bank eine ältere Dame mit einer Infusion rum…
Wir setzen uns also auf die Bank, der “Arzt” nimmt Cheyennes Fuß und fängt an daran rumzuziehen und drehen und was weiss ich was… mein medizinisches Auge tat ziemlich weh und mein Herz noch viel mehr bei dem Versuch Cheyenne beizustehen, die fast an ihren Schmerzen verreckt wäre… Plötzlich ruckt er dann feste, Cheyenne schreit auf, und ihre Englischlehrerin übersetzt: Er ist wieder eingerenkt… Auch gut zu wissen denken wir uns: Der eine Arzt sagt da ist nix und der andere sagt, der Fuß ist komplett ausgerenkt!
Wir denken: Juhuuu endlich vorbei, dann kommt der mit einem halter mit paar Nadeln an und haut auf den total geschwollenen Fuß drauf…. auch nicht angenehm! Daraufhin nutzt er eine Saugglocke – wir vermuten um die Schwellung wegzunehmen, es sah aufjedenfall verdammt ekelig aus!
Das ganze endet dann mit einem Verband inklusive einem “Kackhaufen” den er vorher angemischt hat…. -> wenn es anfängt zu jucken sollen wir Reiswein drauf kippen….
Cheynnes schmerzen waren dann in dem Moment tatsächlich besser als vorher, aber letzendlich war sie irgendwann froh zuhause zu sein und sich mit einer Schmerztablette ins Bett fallen lassen zu können… Wir hoffen alle sehr, dass dieser Chinesische Mediziner da auch das richtige gemacht hat!

 

Abends geselle ich mich wieder zu meinen zwei Unikollegen, wir sind mit unseren Partnerschülern verabredet zum Essengehen (was auch sonst)!

Wir haben uns sehr viel unterhalten, zwar auf Englisch aber die ein oder andere Floskel haben wir trotzdem gelernt. Das Essen war unglaublich geil, an einem runden Tisch den man dreht und dann alles mit Plastikhandschuhen und somit mit den Händen isst!! Endlich keine Krämpfe in den Fingern von dem ständigen Stäbchen Essen! Naja das Essen war halt auch einfach mega lecker – es ist traditionell von der Minderheit ‘dai’ – keine Ahnung wie man das schreibt.
Besonders lecker war lilaner und weisser Reis in einer Ananas, super klebrig und total süß und mit Ananas Geschmack – verdammt mega lecker!


Anschliessend sind wir dann wieder spazieren gegangen und haben uns über alles mögliche unterhalten! Es ist wirklich schön hier Leute kennenzulernen und sich mit den tatsächlich auch tiefsinnig unterhalten zu können.
Auf dem Heimweg haben wir uns auch noch tanzenden Frauen angeschlossen und ein wenig Chinesische Tänze ausprobiert, aber besonders gut waren wir wirklich nicht.

One thought on “Ein Abenteuer für sich

  1. Na, Du erlebst ja in den ersten drei Wochen schon Sachen! Es ist schon faszinierend, wie chinesische Medizin (hoffentlich) funktioniert.

    Heute hat Julia den ersten Teil vorgelesen. Manchmal verschluckt sie Wörter, erfindet welche dazu oder liest sie nicht ganz richtig. Denkt man zumindest. Ich so: “Das hört sich an, als hättest Du Kackhaufen gesagt”. Sie wiederholt den Satz langsam. Mama so: “Du hast wieder Kackhaufen gesagt”. Julia: “Da steht Kackhaufen”. Ich schaue selber aufs Handy und sage: “Kackhaufen”. 🙂

    Viel ekliger als den Kackhaufen finde ich übrigens das Schröpfen mit dem Blut. Aber wenn es hilft und den Druck aus dem Fuß genommen hat, ist es ja vielleicht gut. Es ist sehr interessant, den Unterschied zwischen dem Krankenhaus und dem traditionellen Heiler so zu sehen. Hier in der Notaufnahme ist es ja irgendwie oft auch nicht viel anders. Wir haben hier auf jeden Fall mit Cheyenne gelitten. Bestelle ihr unsere besten Genesungsgrüße.

    Wir vermissen Dich sehr!

    Laura, Julia, Thomas und Michaela

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