Irgendwie zuhause…

Wenn man länger nichts schreibt, ist es schwer einen Anfang zu finden. Also hier Tagesverläufe vollkommen Chronologisch! (Nehmt es mir nicht übel wenn ich die meisten Mahlzeiten auslasse, auch wenn sie alle super spannend sind werde ich nicht über jede berichten)

Mittwoch:

Morgens wurden wir von einer super netten Englischlehrerin abgeholt und sind mit ihr Passfotos machen gegangen für die Verlängerung unseres Visas, sonst müssen wir in paar Tagen schon wieder ausreisen 🙁 Aus dem gleichen Grund sind wir dann auch zum Arzt und haben die gleichen Procedere durchgemacht, wie in Deutschland auch schon. Aber in China geht das irgendwie alles schneller, auch wenn es schon komisch ist wie die so mit einem umgehen… Naja EKG kleben und Blut abnehmen ist auf jedenfall sehr ähnlich!


Anschliessend haben wir unseren Arztbesuchfrust mit Shopping für unsere Wohnung ausgelassen. Wir haben jetzt sogar einen Jackenständer, Schuhschrank, Kissen, Handtücher und Mehrfachsteckdosen!!!!
Abends sind wir zu anderen Freiwilligen an der 普洱一中 (Pu’er yīzhōng) [Die 1. Mittelschule in unserer Stadt] gefahren, es ist spannend zu sehen, wie andere Freiwillige Leben! Die beiden haben eine schon eingewohnte Wohnung von ehemaligen Freiwilligen, die aber im Moment zum Teil auch noch hier sind. Sehr viel Gerümpel, sehr viel Essen, sehr viel Schmuck, und nicht so weisse kahle Wände wie unsere…. ich bin sehr gespannt wie das ganze bei uns bald aussieht! Ich halte euch auf dem laufenden. Wir haben dann gemeinsam bis tief in die Nacht Karten gespielt gequatscht und Zeit verbracht!


Donnerstag:

Unseren Vormittag haben wir an unserer Uni verbracht: Wifi geschnorrt, mit Lehrern gequatscht, uns vielen vorgestellt und noch paar Sachen geregelt, wir werden immer noch unglaublich von allen angestarrt!! Dort haben wir dann auch Tee getrunken und Mondkuchen probiert – man kann nirgendwo ankommen ohne etwas angeboten zu bekommen. Ich bin gespannt wie lange es dauert bis wir einigermassen normale Kollegen sind und nicht die special Ausländer.

Mittags haben sich dann das erste Mal unsere drei Wege getrennt und wir haben alleine etwas unternommen – es ist schon unglaublich komisch plötzlich ohne Nele und Sascha unterwegs zu sein… Nele war an der 一中, um dort mit den beiden ein Mädchen Fußballprojekt durchzuführen, Sascha hat liebevoll geputzt und dann Zeit mit anderen Freiwilligen verbracht. Währenddessen bin ich in die Innenstadt gefahren und hab mich dort mit zwei Ehemaligen und einer mit denen befreundeten Chinesin getroffen. Gemeinsam sind wir etwas essen gegangen, durch die Stadt gelaufen und dann zum Friseur gegangen. Ich glaube ich importiere einfach einen Chinesischen Friseur nach Deutschland, das ist einfach zu cool!!! Zuerst bekommt man eine Kopfmassage, dann waschen sie einem die Haare, dann nochmal (warum auch immer), dann natürlich Spülung und noch Zeugs damit die Haare weich sind… das ganze dauert dann schon irgendwie eine Stunde, und man muss sich Mühe geben nicht einzuschlafen vor Entspannung und Genießen! Naja dann geht man zum Friseur, sagt was man gerne hätte und plötzlich stehen drei Friseure um einen rum und diskutieren darüber wie jetzt die Haare geschnitten werden sollen… Naja das Ergebnis liess dann noch ne Stunde, und nochmal Haare waschen auf sich warten.

Anschliessend habe ich mich zu Sascha und den andern der 六中 (Pu’er liùzhōng) [Die 6. Mittelschule in unserer Stadt] und einer Ehemaligen gesellt. Wir haben bei uns in der Wohnung Karten gespielt Tee getrunken, dann sind wir in deren Wohnung Drachenfrucht und Pfirsich und Erdnüsse essen gegangen… Irgendwie bekommen wir dann doch Hunger und sind dann Shaokao essen gegangen. So haben wir dann unseren Abend verbracht.


Freitag:

Vormittags sind wir in den Unterricht eines Amerikaners gegangen, um ein wenig Inspiration zu sammeln. Es war schon faszinierend wie gut er die fast 50 Studenten unterrichtet hat. Aufjedenfall hat er ein sehr motivierenden Vortrag gehalten!

Infolgedessen haben wir unsere Partnerschüler kennengelernt, die uns helfen sollen hier zurechtzukommen. Wir sind zusammen in der Cafeteria Reis essen gegangen… Sehr süß die drei!

Den Nachmittag haben wir bei den Freiwilligen an der 四中 (Pu’er sìzhōng) [Die 4. Mittelschule in unserer Stadt] besuchen gegangen, die haben sogar eine westliche Toilette…. Mit denen haben wir dann auch noch Putzmittel gekauft – endlich!

Für die nächsten drei Monate beherbergen wir einen Verlängerer in unserer Wohnung, den haben wir dann erstmal willkommen geheissen. Auch ein sehr sympathischer Mensch!

Morgen ist Lehrertag in China, deswegen waren wir mit den Sprachabteil unserer Schule essen. Das ist dann schon etwas anderes, als wenn man selber essen geht. Unglaublich vieeeeeel zu essen, an einem runden Tisch den man so drehen kann. Es gab Suppe mit Huhn drin, Niere, Magen, komisches Gemüse, Fisch, und noch alles andere an Fleisch und Nudeln und so – Wir haben alles probiert, ausser den Hühnerkopf der uns etwas suspekt war…
Wir haben den anderen Amerikanischen Lehrer und seine Familie kennengelernt, und einige andere Englischlehrer.

Den restlichen Abend haben wir zu dritt in unserem Wohnzimmer verbracht, gelesen, videos geguckt, Musik gehört, gequatscht, und natürlich Tee getrunken. Jetzt (00:09) ist Sebastian der Verlängerer noch dazu gekommen und wir quatschen hier noch bisschen rum…

4 thoughts on “Irgendwie zuhause…

  1. Das ist ja schön, das Du uns so viel berichtet hast. Wir haben das schon vermisst. Haha! Wir haben uns heute mit den kompletten BayJäs versammelt und ich habe es allen vorgelesen. (Malou sagt gerade, nicht komplett – denn Lea fehlt).

    Besonderes Augenmerk haben wir den Foto mit der coolen neuen Frisur gewidmet. Mit gefällt sie sehr, sie sieht modern und ein bisschen Chinesisch aus. Andere hier haben gesagt: Du siehst aus wie der Opa (Anja), Jetzt fehlt nur noch pinke Farbe (Malou), das ist bestimmt suoer praktisch (Michaela), das sieht super schön aus (Laura & Julia), so eine Frisur will ich auch (Arne). Wir haben viel Spaß dabei gehabt.

    Heute sind wir auf dem Segelflugplatz und haben einen schönen Familientag mit den Jägers, den Bayens und den Ruizens gehabt. Du hast uns echt gefehlt.

    Anja fragt, ob ihr auch mal arbeitet. Deine Berichte hören sich so schön an. Ich frage mich, was die Bemerkung mit der westlichen Toilette bedeutet. Schick doch mal ein Bild von Eurer eigenen. Aus meiner eigenen China-Reise erinnere ich mich an gruseligen Toiletten unterwegs am Wegesrand. Ich hoffe, bei Euch in der Wohnung gibt es mehr als eine stinkende Rinne.

    Morgen hoffen wir sehr, das wir zum Sonntagsfrühstück wieder eine Morgenzeitung von Dir bekommen. 🙂 Bis dahin alles Gute!

  2. Heute, Sonntag morgen, saßen wir alle zusammen am Silbersee beim Frühstück und es gab doch tatsächlich keinen neuen Blog-Eintrag. Wir haben Dir sofort per WhatsApp ein Bild unserer Trauer geschickt.

    Nach kurzer Diskussion haben wir beschlossen, Dir einfach noch mal was zu schreiben. Nach dem Entschluss haben dann aber natürlich alle irgendwas durcheinander geredet und was anderes gemacht und so ist diese Aufgabe natürlich mal wieder an mir hängen geblieben. Dafür muss ich nicht spülen. 😉

    Wir haben dann Deinen letzten Eintrag, der ja schließlich auch mehrere Tage umfasst hat, nochmal gelesen. Gestern waren wir von einzelnen Fotos so ergriffen, das wir wohl gar nicht alles genau gelesen haben.

    Ich wusste gar nicht, das Du Dein Visum noch verlängern musst. Wir sind uns einig, das das auch eine Lösung wäre, wenn Du nach ein paar Tagen oder Wochen wieder zurück musst. Wir vermissen Dich ja doch ein wenig. 😉

    Was ist denn ein Lehrertag in China? Ist das wie ein Elternsprechtag oder eher wie ein Feiertag für Lehrer? Oder werden da einfach mal die neuen ausländischen blonden Langnasen herumgereicht und alle anderen Lehrer dürfen mal staunen. 🙂

    Das es Partnerschüler gibt, ist eine schöne Idee. Ich hoffe, das Ihr die auch privat kennenlernt. Ich finde den Gedanken sehr spannend, mal ein bisschen in so eine chinesische Familie einzutauchen.

    Thomas, unterstützt von Anja, Michaela, Malou, Arne, Julia, Laura

    1. Es tut mir leid, dass ich noch nicht geschrieben habe, aber dazu muss man auch erst einmal kommen…. Ein Wenig Schlaf tut dann doch auch mal gut 😀

      Visum….. Wenn es nicht funktioniert bin ich ich Ende des Monats wieder da 😉

      Lehrertag ist einfach ein Feiertag für Lehrer, so wie es in Deutschland Mutter und Vater Tag gibt :p

      Wir waren heute mit unseren Partnerschülern essen und spazieren gehen – schön wie sich Freundschaften so langsam entwickeln können… Aber dazu mehr in meinem nächsten Blog Eintrag, ich muss jetzt erstmal meine letzte Nacht an Schlaf nachholen! 4 Stunden sind doch zu wenig…

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